Winterbiwak – neues Jahr, neues Glück


[von Foxy]

was zuvor geschah

… alice im wunderland [februar’18]

Mein kleiner Erfahrungsbericht vom ersten Winter-Übernachtungsversuch – FoxyImprovisationsvariante


Irgendwo in Brandenburg: Ein Selbstbau-Windschutz aus Kieferngeäst und Tarp / Plane für 2 Personen dienten als Windschutz und Dach.

Schlafsack: ich hab meinen 3-Jahreszeiten-Schlafsack mit einem dünnen Fleece-Inlet ausgestattet, das Ganze samt Klymit static V-insulated (R-Wert 4,4) in nen günstigen Biwaksack (irgendein Plastikteil für 30€ ausm Internet bestellt) gepackt. Das hat gerade so gepasst, dass ich gut reinpasste und es nicht zu eng war – das hab ich vorher zu Hause getestet.


NACH der Aktion hab ich mal geguckt, was es mit den Temperaturangaben auf dem Schlafsack auf sich hat: da stellte ich fest, dass die +5 Grad-Angabe für 25jährige Männer getestet wurden – ich bin weder männlich, noch 25, noch sonderlich gut von Haus aus gepolstert. Die besagte Nacht waren -3 Grad: Ich hab nicht gefroren, wachte aber mehrfach auf, weils doch recht kühl war. Eine Alu-Trinkflasche mit heißem Wasser diente an den Füßen als Wärmflasche, die ca. 3 Stunden wärmte – dafür war am morgen das Trinkwasser nicht eingefroren.

Es gab nur ein kleines Feuerchen zum Kochen, nix größeres als Wärmequelle – das war für den Abend aber völlig in Ordnung.


Angezogen hatte ich zum Schlafen lange Thermounterwäsche, Fleecepulli und eine dünne Jogginghose, eine trockene frische (nicht eingeschneite) Mütze, dicke Funktionssocken aus Merinowolle.

Die Jacke und meine „Waldhose“ hab ich zwischen Biwaksack und Schlafsack mit ans Fußteil gestopft, so wars am morgen nicht so eingefrostet.

Ich hab mir vorher einige Tipps angeschaut, wie man im Winter im Schlafsack nicht friert; da findet man auf YT diverse Videos. Da findet man recht logische Hinweise: nicht frierend schlafen legen, trockene Klamotten anziehen anstatt die evtl. durchgeschwitzten vom Tag, vorher gut essen, nicht soviel anziehen, dass die Durchblutung gestört wird etc.

Ich hätte mich vorher damit befassen sollen, wie der Wärmekragen meines Schlafsackes im Dunkeln zu schließen ist und wo die Zugbänder sind, um die Kapuze des Schlafsackes ordentlich zuzuziehen, denn diesen hatte ich vorher nie zumachen müssen – das war dann im Biwaksack (den hätte ich mir vorm ersten Gebrauch auch etwas intensiver ansehen müssen, um dann im passenden Moment die Kordeln zum Zuziehen zu finden) ein reges Gesuche trotz der Kopflampe, die ich griffbereit gelagert habe. Der Biwaksack sollte nicht als zwingend Wärmedämmung sein, sondern war mir wegen Feuchtigkeit und Funkenschutz v.A. für die Isomatte wichtig.

Da der Biwaksack nicht atmungsaktiv ist und ich mich nachts scheinbar so gedreht habe, dass ich hineingeatmet habe, war am morgen der Kragen des Schlafsackes schön feucht… bei einer Nacht kein Problem; wenn es mehrere Nächte sein sollen, ist das ein kritischer Punkt.

Mir waren auch beim Abbau des Lagers die Fußzehen völlig eingefrostet, in zwar hochwertigen Trekkingschuhen, allerdings waren die eben offensichtlich nicht sooo wintergeeignet.

Fürs Auge und als Erfahrung allemal eine tolle Gelegenheit!


Versuch macht Klug

Nächster Versuch in einer anderen Gegend erfolgt Anfang März. Ich werd je nach Wetterbericht andere Schuhe wählen und mir einen größeren 3-Jahreszeitenschlafsack leihen, in den ich meinen stopfen kann. Ich mag lieber erstmal diese Improvisation versuchen, bevor ich nun Schnellschüsse in Richtung Winterschlafsack wage…

[ – Foxy – Feb’18]




[im März wars plötzlich und völlig unerwartet kein Winter mehr 🙂 daher war das nächste Mal Winterbiwak im Januar’19]

2019

Ich bin gerade am Zunder neu-verpacken; der gut abgelagerte Kienspan, den mir Morti im Mai besorgt hat, ist auch dabei. Ebenso das Feuerschlagset aus dem Neandertalermuseum. Den tollen Poncho vom Lewwerworscht pack ich auch ein; genau wie das Lanolin von Bimbi gegen rissige Lagerfeuerlippen. […] Die Herstellung der Zunderbomben aus Birkenrinde und Kiefern-Harz lohnt sich für die feuchteren Wetterlagen.


aus Winterbiwak – was darf nicht fehlen
[ BushcraftFreunde das Forum; Foxy – Jan’19 ]

… der mit dem wolf tanzt [januar’19]

irgendwo in der bayrischen Rhön


Eine private, kleine Shelter-Tschüß-Aktion: Der Camp-Wolf hat sich diesmal nicht gezeigt. Die besorgten Hängemattenbewohner sind verschont geblieben, trotz der Erkenntnis, dass man sich schlafend exakt mit dem eigenen Kehlkopf auf Eckzahnhöhe des Wolfes befindet.
Schlafstätte war das Tarp als Zelt aufgebaut – abgedichtet mit Schnee, der des Nachts schmolz. Die neuen Winterschuhe (sicherlich super für Schnee und Kälte geeignet) kamen mit dem Matsch nicht klar, die Zehen wurden nass und froren ein.


Erkenntnisse:
So ein Zeltofen im Lavuu ist was Feines – und ein pupsender Hund im Gruppenzelt sorgt für Bewegung 🙂

Bowdrill mit frisch-gesuchtem Holz bei der Wetterlage: bei einem hats zumindest gequalmt.

Das Schuhwerk war nicht so wasserdicht wie versprochen und angenommen – nasse Zehen waren die Folge; das is natürlich tödlich bei den Temperaturen – gerettet haben mich heatpacks für die Zehen; so bliebs zumindest warm-feucht im Schuh und konnte zum Teil sogar innen wieder trocknen vorm nächsten Spaziergang im Schneematsch.

Der neue Deuter Exosphere -8 (für Mädels Komfort -4 Grad) war zu wenig für mich!


... guesthouse paradiso [immernoch januar’19]

irgendwo im Harz


Es war eine feine Runde, in der ich kaum jemanden kannte, aber mich schnell herzlich aufgenommen fühlen konnte. Das Gelände: ein großer Lostplace einer ehemaligen Johanniter Heilstätte.
Joah und der Winter hatte sich in der Zeit komplett nach Bayern verlagert ..uns blieb der Regen. Dafür haben sich die Zunderbomben bewährt. Hier hat der Deuter-Schlafsack gerade so gereicht..


Auch bei diesem Treffen war alles sehr herzlich und die neuen Bekanntschaften haben mich sehr gefreut. Da zeigten sich fast-Nachbarn und Geocach-Kollegen.
Es gab lecker Herdentopf mit Dolly, die Feuer-Challenge am Abend war fein und auch das ganze Ringsherum wurde durch das Wetter nicht getrübt.


Und so ein Lostplace als Umgebung hat natürlich was …


… die brücke nach terabithia [februar’19]

irgendwo bei Wuppertal


500km nach Westen.
Ich habe kleine Impressionen und schöne Erinnerungen, neue Erkenntnisse und neue Bekannte „mitgenommen“. Viele Fotos kann ich nicht teilen, mangels Einwilligungszeugs. Aber gut, wie war’s denn nun?!


Das Wetter konnte mir die Stimmung nicht verregnen – ich musste bisher kaum im Regen abbauen.. – nun ist mir immerhin bekannt wie schwer so ein Tarp werden kann und wie saunös meine Regenhose bei Bewegung wirkt.
Da mein Lager auf der anderen Seite des Baches lag, wurde Dank des Regens der Weg vom Gruppenplatz „nach Hause“ durch das entstehende Sumpfgebiet stetig anspruchsvoller. Dafür war der Waldboden oben am Hang gut saugfähig und es entsanden keine Pfützen um meinen Schlafplatz – nix ist abgesoffen, alles gut gegangen.

Es gab über den Samstag verteilt schöne kurzweilige Workshops: Ich hab mich am Feuerbohren versucht – Simon hat eine Technik des handdrill gezeigt und Material zum Probieren dabei gehabt. Später hat Daniel noch einige Grundlagen für Umgang mit Karte und Kompass mit uns geteilt. Und ganz ohne festen Rahmen konnte ich noch gut was aufschnappen zum sicheren Umgang mit Werkzeugen, Knotentechnik fürs Dreibein, zur ersten Hilfe usw.


Die Idee, das Tarp mal ohne Stöckchen im Inneren als Zelt aufzubauen, konnte Dank gut stehender Bäume erfolgreich umgesetzt werden – da gibts endlich gut Platz und man reißt das Gebilde nicht so einfach ein.


Der Holzvergaser kam auch mit feuchtem Holz gut zurecht und die funkenfeste Unterlage vom Bernd tat auch ihren Zweck, um den Boden zu schützen – bis ichs mit dem Blasrohr übertrieben habe .. die schmiedefähige Glut hat den Stoff dann doch in einem 3cm-Radius gekillt – wieder was gelernt.


Eine Ehre ist es mir, dass ich ein Werkzeug mit schöner Geschichte bei mir aufnehmen durfte

[- Foxy – Feb’19]


Und jetz?

  • die Schuhfrage ist noch offen – bisher beste Idee: Gummistiefel mit extra fettem, warmen Innenschuh – ich muss sparen 😉
  • mehrere durchfrorene Nächte kann man mal erlebt haben – aber das wird auch irgendwann langweilig: Ich hab mir eine glückliche (wirklich glücklich! von der Daunenrupf-Art bis zum Mensch der drin liegt) Penntüte geleistet – „Marmot OurayWomens“ herrlich!!!
  • und nun erstmal Frühling! 🙂

zu den Zunderbomben

Fortsetzung – Februarausflüge


Ein Kommentar zu „Winterbiwak – neues Jahr, neues Glück

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